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„Warum sollte ein Mensch sterben, indessen Garten Salbei wächst?“, ziert eine alte Borde den Torbogen eines klösterlichen Gartens in Heidelberg. In dieser Frage versteckt sich bereits die umfassende Legende der heilenden Wirkung der Salbeipflanze, dessen Forschung und Anwendung bis tief hinein in das frühe Mittelalter und die Antike reicht. So sollen fliehende Söldner Schutz vor den Truppen des Herodes unter einem Salbeibaum gefunden haben und zahlreiche Krieger trugen zur Vorsorge vor Verwundungen stetig einen Salbeizweig bei sich. Unzählig sind die Sagen und Mythen, die sich um dieses widerstandsfähige und immer noch aktuelle und moderne Heilkraut ringen. Die von den insgesamt 800-1100 verschiedenen Arten der Salbeipflanze werden in zwei Bereiche aufgegliedert: die eßbaren sogenannten Küchenkräuter und die Heilkundepflanzen, die sich besonders für die Naturkosmetik eignen, da sie eine antibakterielle, entzündungshemmende, antitranspirierende und wohltuende Stimulation der Haut bewirken.
Während diese wundersame, schön anzuschauende Pflanze schon längst in klösterlichen Gärten und mittelalterlichen Apotheken Verwendung findet, gibt 1753 der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linnès dieser Pflanze ihren Namen: Salbei ( lat. salvare = heilend ). Der Salbei gehört zur Pflanzengattung der Familie der Lippenblütler. Die Pflanze findet sowohl Gefallen in subtropischen Gebieten, wie Mittel- und Ostasien, dort gibt es allein in China über 300 verschiedene Salbeiarten, als auch in den gemäßigten Breiten Europas. Als sogenannte Küchen- und Heilpflanze findet sie sich auch zahlreich in heimischen Gärten . Im klassischen Sinne tritt der Salbei sowohl als Pflanze als auch in Form von Halbsträuchern oder Sträuchern auf und bezaubert durch seinen aromatischen Duft. Die dekorativen Innenblätter beherbergen winzige Tragblätter, die von grünen bis purpurfarbenen Kelchblättern getragen werden. Die Blütenkronen umfassen ein Farbspektrum von weiß, blau, violett, pink und rot und werden durch ihren zweigeteilten Aufbau auch Lippenblütler genannt. In Südamerika erfolgt die Bestäubung der Kelche durch Kolibris, in den gemäßigten Zonen Europas übernehmen diese Aufgabe die heimischen Bienen und Hummeln. Nach der Bestäubung trägt die Pflanze vierteilige Früchte mit vier glatten einstieligen Teilfrüchten.
Das die heilende Wirkung des Salbei bis in die Gegenwart immer noch zu neuen Forschungsergebnissen führt, macht diese Pflanze zu einem wahren Wundermittel, dessen Heilkraft nahezu unerschöpflich erscheint. Neuste medizinische Erkenntnisse im Krebsforschungszentrum zu Heidelberg bestätigen, das Salbei eine positive, heilende Wirkung bei Hautkrebspatienten aufweist. Aus diesem Grunde ist für die medizinische und naturkosmetische Entwicklung diese wertvolle Pflanze nahezu undenkbar geworden. Im Bereich der Heilkunde hilft die Pflanze bei allen entzündlichen Beschwerden wie Halsschmerzen, Ekzemen, Hautirritationen, und Allergien. Desweiteren ist Salbei antibakteriell und hat eine blutstillende Funktion, die bei Krämpfen und entzündlichen Stellen der Haut schmerzlindernd und tonisierend wirkt. Grund für die antioxidative, antimikrobielle und chemoprotektive Wirkungungsweisen sind die ätherischen Öle: Kampfer, Betulin , Asparagin, sowie die Bitterstoffe: Borneol, Carnosinsäure, Zineol als auch die Flavonoide, Gerbstoffe, Harz, Menthol, östrogenartige Stoffe, Pinen, Sabinol, Salizylsäure, Thymol, Zink und zahlreiche Vitamine.
Wie schon in den klösterlichen Gärten macht sich die Salbeipflanze auch in modernen Forschungsarbeiten der Naturkosmetik einen Namen. So entdeckt man dieses Edelkraut zunächst für Salben, Cremes und Lotionen, die bei entzündlicher, juckenden und irritierter Haut zu Linderung verhelfen sollen. Allergiker finden in den heilenden Kräuterauszügen eine pflanzliche Alternative zum Kortison oder anderen kortisonähnlichen Inhaltsstoffen. Das wohlduftende Aroma und die belebende Frische des Salbei lassen diese Pflanze aber auch in zahlreichen Wellnessprodukten, wie Lotionen, Dusch- und Badegels, Ölen, Cremes und Salben erscheinen. Die entzündungshemmende Wirkung der Pflanze findet auch Platz in zahlreichen naturkosmetischen Zahncremes, Spülungen und Tinkturen. Durch den antitranspirierenden Effekt des wirksamen Krautes erleben Freunde der Naturkosmetik den Wirkstoff Salbei nun auch in Deodorants und in der angewandten Pflege der Füsse. Erleben sie Salbei in zahlreichen Pflege- und Wellnessprodukten als jahrtausendaltes vielseitiges und effektives Heilmittel.
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